Mongolei Reise mit Motorrad: Wie anspruchsvoll ist die Tour?
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Mongolei Reise mit Motorrad: Wie anspruchsvoll ist die Tour?

Tagesdistanzen bis 240 km, Schotter, Sand, Schluchten: Wie schwer ist die Mongolei-Enduro-Tour wirklich? Wir erklären Untergründe, körperliche Anforderungen und welche Fahrerfahrung empfohlen wird – ehrlich, ohne Übertreibung nach oben oder unten.

Von Mongolei Reisen Team 31.05.2026 6 Min. Lesezeit

Wie anspruchsvoll ist die Mongolei-Tour wirklich?

Eine häufige Frage, bevor man bucht: Bin ich gut genug? Ist die Tour zu schwer für mich? Zu leicht? Die ehrliche Antwort: Die Tour ist nicht für Anfänger ohne Gelände-Erfahrung – aber sie ist auch kein Extremsport-Event. Sie ist sportlich, machbar und so organisiert, dass Menschen unterschiedlicher Erfahrungsstufen gemeinsam gut ankommen.

Die Streckendaten: Was die Zahlen sagen

Die Tour hat je nach Variante unterschiedliche Fahrtage. Als Orientierung die Spannbreite der Tagesdistanzen: diese sind je nach Etappe zwischen ca.170 und ca. 230 km. Dies hängt nicht zuletzt von den aktuellen Witterungsverhältnissen ab und dem damit verbundenen Streckenzustand.

Diese Distanzen klingen überschaubar – aber sie gelten auf wechselnden Untergründen, nicht auf Autobahngeschwindigkeit. Ein Fahrtag von 200 km auf Schotter und Sand dauert sechs bis acht Stunden. Das ist etwas anderes als 200 km auf der Landstraße.

Die Untergründe: Was du fahrerisch können musst

Asphalt

Die Tour beginnt mit Asphalt in und ab Ulaanbaatar. Der ist kein Problem für jeden mit normaler Motorraderfahrung.

Trotzdem gilt hier aufmerksam und konzentriert fahren, auch, um die Gruppe nicht zu verlieren, außerdem ist es in der Stadt leicht chaotisch und es überall echt üble Schlaglöcher gibt !!!

Also grundsätzlich auch auf Asphalt nicht träumen, immer den Blick nach vorn, um nicht von einm Loch überrascht zu werden, glaubt mir, da paßt in manche ein ganzes Vorderrad rein.

Schotter und Pisten

Das ist der Hauptanteil der Tour. Feste Schotterpisten, unbefestigte Tracks, alte Fahrspuren, alles, was das Enduro Fahrerherz begehrt. Wer Spaß am Dreck / Track hat, ist hier genau richtig.


Sand

Sandpassagen kommen vor – einzeln und als längere Abschnitte. Sand ist das anspruchsvollste Element für viele Fahrer: der Vorderreifen schwimmt, das Motorrad will ausbrechen. Die Technik ist erlernbar, braucht aber etwas Erfahrung. Wer noch nie in tiefem Sand gefahren ist, sollte das vorher üben.

Allerdings fahren wir keine richtigen Tiefsandpassagen und haben immer mal Gelegenheit, auf eine kleine Trainingseinheit unterwegs. Also ... keine Bange, learning by doing ;-)


Schluchten und unebenes Gelände

Die Dungenee-Schlucht und ähnliche Passagen sind als „stellenweise sportlich, aber gut machbar" einzustufen. Kein technisches Extremgelände, aber kein Spaziergang. Konzentration und Fahrtechnik sind hier entscheidend.

Wer diesen kurzen Abschnitt nicht selbst fahren möchte, kein Problem, jemand von uns fährt Dein Motorrad durch, Du gehst das Stück zu Fuß, oder setzt Dich ins Begleitfahrzeug und übernimmst anschließend wieder.

Körperliche Anforderungen

Fahrten von sechs Stunden oder mehr in Hitze, Staub und Wind sind körperlich fordernd. Rücken, Schultern, Arme und Beine ermüden. Wer vor der Tour regelmäßig Sport macht – Rad, Laufen, Schwimmen – ist klar im Vorteil. Keine Ironman-Kondition erforderlich, aber Grundfitness ist kein Luxus.

Besonders fordernde Aktivität außerhalb des Motorrads: der Aufstieg auf die Khongorin-Els-Dünen. Über 200 Meter Höhenunterschied im Sand, ohne Schatten. Kondition und Trinkrucksack sind dort kein Spaß, sondern erforderlich.

Fahrerfahrung: Was empfohlen wird

Voraussetzung ist eine gültige Fahrerlaubnis und Erfahrung im Motorradfahren. Geländefahrung ist ein Vorteil, kein zwingendes Muss – aber Grundlagen sollten vorhanden sein. Wer noch nie Schotter gefahren ist, sollte das vor der Tour üben.

Wir hatten aber auch einmal einen Teilnehmer, der von seinen Freunden überredet worden war, an unserer Tour teilzunehmen. Er hatte noch nie mit seinem Mopett den Asphalt verlassen, war aber lernfähig und offen für Neues. Durch seine Erfahrung, gutes Gefühl für das Motorrad, die langsam steigenden Anforderungen in den ersten Tagen und kleinen Übungseinlagen ist er auch alles ohne Probleme gefahren.

Übrigens sorgt das Fahren/Üben auf losem Untergrund auch für mehr Sicherheit beim Fahren auf der Straße.


Wer vorher noch ein richtiges Training machen möchte, oder grundsätzlich mal ein richtig gutes Enduro Training, sollte das auf jeden Fall tun.

Man lernt immer dazu, wiederholen und üben ist das Wichtigste, in einem strukturiertem Training, unter der Aufsicht eines erfahrenen Trainers, der sofort Fahrfehler korrigieren und gute Tips geben kann.

Ihr werdet Euch wundern, welchen Zuwachs an Scills Ihr nach zwei Tagen mit nach Hause nehmen könnt .


Wir arbeiten eng mit Enduro Center Mammutpark - Endurotrainings für Reiseenduros zusammen, schaut einfach mal auf deren Homepage. Unsere Empfehlung ist auf jeden Fall ein Zwei Tages Training zu buchen.

Man kann sich abends mit den anderen Teilnehmern austauschen, das Erlernte nochmal mental durchgehen und es dann am nächsten Tag direkt vertiefen. Außerdem hat man am zweiten Tag schon deutlich mehr Routine und kann dadurch auch intensiver auf die Übungen eingehen.

Wie wir auf der Tour damit umgehen

Die Gruppe fährt gemeinsam, aber nicht im Gleichschritt. Das Tempo wird an die Gruppe angepasst. Wer schneller ist, wartet. Wer mehr Zeit braucht, bekommt sie. Das Begleitteam fährt hinten und sichert die Gruppe ab. An schwierigen Passagen gibt es Unterstützung vom Guide.

Da wir im weiten Gelände unterwegs sind, könnt Ihr die schnelleren ruhig ein ganzes Stück vor Euch fahren lassen ... dann gibt´s auch weniger Staub, außer Sicht sind sie sowieso nie und durch die regelmäßigen Stops sind alle wieder direkt zusammen.


Wer sich eine Passage nicht zutraut, das ist keine Schande, sondern eine Frage der Sicherheit, kann das Motorrad vom Guide kurz fahren lassen und läuft das Stück zu Fuß, oder setzt sich in das Begleitfahrzeug.


Das alleroberste Gebot ist die Sicherheit !!!

Wir brauchen niemanden, der den anderen zeigt, wie toll er ist, oder aus falscher Scham meint, alles mitfahren zu müssen.

Wir wollen die Tour gemeinsam genießen, das heißt, daß abends alle zusammen mit einem fetten Grinsen im Gesicht das kühle Bierchen in die Hand nehmen und über den tollen Tag sprechen.

Die letzten Fahrtage der Tour sind fahrtechnisch entspannter – bewusst so geplant, die vergangenen Tage stecken in den Knochen, um die Gruppe ausgeruht nach Ulaanbaatar zurückzubringen.

Fazit: Für wen die Tour gemacht ist

Für Motorradfahrer mit Geländebasis und guter Grundfitness. Für Menschen, die eine strukturierte Tour mit Support bevorzugen gegenüber Solo-Abenteuer. Für alle, die die Mongolei nicht durch ein Busfenster erleben wollen – sondern von der Piste aus.

Mongolei Tour — Yurten bei Sonnenuntergang

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